Im Gedenken an Georges

03.01.2018


Georges hiess er, der sechzigjährige Obdachlose, der kurz vor Weihnachten umgebracht worden war. Dort, wo er viele Jahre gelebt hatte: Auf einer Bank nahe des Rheins.
Diese Nachricht erschütterte wohl viele in der Stadt.
Als wir am Silvester den langen Spaziergang dem Rhein entlang machten, wie immer begannen wir ihn unten bei der Dreirosenbrücke im Kleinbasel, blieben wir eine Weile an der Gedenkstelle stehen.
Neben uns ein jüngeres Paar mit einem Hund, die Frau hat Tränen in den Augen.
Wir kamen ins Gespräch.
Und dann erzählte uns das Paar von Georges:
Er sei bekannt gewesen im Quartier, habe dazu gehört, auch wenn er anders gelebt habe. Er habe das so gewollt und selbstbestimmt getan. Ohne etwas einzufordern von der Gesellschaft oder zu verlangen. Manchmal habe er, zum Schutz der Kinder auf dem Spielplatz, die Polizei kontaktiert wegen der Drogendealer. Die Kinder und viele Bewohner des Quartiers hätten Georges persönlich gekannt und gemocht in seiner eigenbrötlerischen, ruhigen Art. Von sich selbst habe er selten etwas erzählt - so sei er nicht gewesen, der Georges.

PS  An der Gedenkfeier für Georges haben viele Bewohner des Quartiers teilgenommen und Kerzen, Blumen und Zeichnungen hingelegt.


Aufruf
passt aufeinander auf
gemeinsam für ein
solidarisches Quartier
und im Gedenken
an Georges




8 Kommentare:

Wildgans hat gesagt…

Tränen...

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Ich auch,
liebe Sonja!

PepeB hat gesagt…

Warum nur …?

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Darauf,
liebe Petra,
gibt es wohl keine Antwort... (auch wenn der mutmassliche Täter gefasst ist)

Lieben Gruss
Hausfrau Hanna

Quer hat gesagt…

Wie furchtbar! Wie traurig!
Möge sein Tod nicht ganz umsonst gewesen sein und wenigstens auf- und wachrütteln.
In diesem Sinne herzliche Grüsse,
Frau Q.

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Und,
liebe Frau Quer,
möge sein Tod vielleicht auch das bewirken, was ebenfalls und ganz unten auf dem Aufruf stand:
"Lasst uns mutig sein und Liebe teilen! Dann vermehrt sie sich."

Lieben Gruss
Hausfrau Hanna

Anhora hat gesagt…

Das tut mir so Leid. Warum kann man Menschen nicht in Ruhe lassen, auch wenn sie nicht der Norm entsprechen? Ich verstehs nicht. Wer tut sowas?

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Diese deine Frage,
liebe Anhora,
haben wir uns ebenfalls gestellt und keine Antwort gefunden.
Vielleicht war das auch nicht wichtig, sondern dass wir zusammen in ein gutes Gespräch gekommen sind.
Wir vier Leute, die sich nicht gekannt haben.

Lieben Gruss
Hausfrau Hanna