Säulenmägdlein

30.10.2012






Liebe Frau Quer,
anstatt eines Kommentars zu Ihrem Beitrag heute,
schalte ich für Sie dieses Bauernmägdlein auf:
Nach beendeter Arbeit sitzt es da mit erhitzten Wangen -
ruht sich aus auf der Säule des Dorfbrunnens.
Unter sich die Fülle eines reichen Herbstes.
Die Rosen sind ihm aus dem prallen Arm gefallen...



Kleine Liebesgeschichte zum Wochenstart

29.10.2012



Heute will 'Hausfrau Hanna' partout nichts einfallen...
Für solche Momente hat sie vorsorglich bei den Blogentwürfen ein paar kleine Beiträge abgelegt.
Heute wählt sie zum ersten Mal einen davon aus und entscheidet sich für diese herzenswarme, drei Minuten dauernde Liebesgeschichte, die zum kalten, grauen Tag draussen passt.
Meint Hausfrau Hanna und schliesst nun den Laptopdeckel!

Winterlicher Herbstmässbeginn!

28.10.2012

Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so kalt und unfreundlich war zu Beginn der Herbstmäss.
Der Winter schlug gestern wuchtig zu. Nasser Schnee fiel vom Himmel.
Der Tellenbub liess sich trotz der misslichen Bedingungen nicht unterkriegen und zog stoisch mit der Angelleine Frosch um Frosch aus dem sich stetig drehenden Becken hoch:
 
 
Klamme Finger und ein riesengrosser Kinderjubel: "Soviele Punkte machte ich noch nie!"
Als Belohnung gab es dieses grüne Ding, eine Kreuzung aus Chamäleon, Salamander und Lindwurm...
 
 
'Risottoteilete' wärmte dann wieder etwas auf. Das Grünmonster am Hals ebenfalls, wie der Tellenbub glücklich meinte:
 
 
Und last but not least: Same procedure as last year...;)

PS. Gleich anschliessend fuhren wir dann halb erfroren nach Hause.
Es war der kürzeste Herbstmässbesuch aller Zeiten...

Wie Haferschleimsuppe!

26.10.2012


Ein grauer, trüber Tag.
Der Himmel über der Stadt sieht aus wie Haferschleimsuppe.
Das Licht ist an, während ich diesen Beitrag schreibe, und es wird wohl noch lange anbleiben.
Morgen beginnt die Herbstmesse.
Und laut Wetterprognosen soll der Winter einsetzen...




PS. Eine kleine Reminiszenz ans letzte Herbstwochenende mit leuchtenden Bildern und strahlender Musik von Vivaldi!
Ich wünsche ein gutes Wochenende,
 Hausfrau Hanna

Wie Putte zu Lasse wurde...

25.10.2012


Eine Erinnerung, die bis heute trägt:
Wie wir als Kindergartenkinder still im grossen Kreis sitzen und andächtig der Kindergärtnerin  lauschen. Auf ihrem Schoss stets ein Bilderbuch, aus dem sie uns Geschichten erzählt.
Geschichten, die uns mitnehmen in ein Wunder- und Fantasieland.
Der Reihe nach darf immer ein anderes Kind mit dem aufgeschlagenen Buch im Kreis herumgehen und die Bilder zeigen.
Vom kleinen "Hänschen im Blaubeerwald" etwa. Denn aus Elsa Beskows"Putte" wurde damals der Verständlichkeit halber ein kleiner deutscher Hans. Seine Abenteuer blieben jedoch dieselben.
Die Bilderbücher von Elsa Beskow sind immer noch erhältlich.
Nur aus dem Hänschen von einst wurde ein schwedisch tönender Lasse...




PS. Das Schweizer Pendant zu Elsa Beskow war übrigens Mili Weber oder in England Beatrix Potter.

Hej und hej då!

24.10.2012

 
Hej!
Gestern war ich in Schweden.
Mit dem Zug hin.
Mit dem Bus zurück.
Dazwischen die Minimaleinkaufstour mit zwei Abkürzungen durch den untersten Stock.
 
 
 
PS. Hej då!

Nebelmorgen

23.10.2012

 
 
Idag vill jag ha en fåtölj med solrosor.
Heute wünsche ich mir einen Sessel mit Sonnenblumen!

I Malmstenbutiken finns världens bästa fåtöljer :)

Gewinnbringender Geldwechsel

22.10.2012

Knapp vor Mittag in der kleinen Bank im vierten Stock des Kaufhauses in der Innenstadt.
Ich muss etwas Kleines erledigen. Nur einer der beiden Schalter ist geöffnet. Der Kunde vor mir wird bedient.
Das dauert.
Und ich warte.
Der Kunde, er spricht Deutsch mit einem italienischen Akzent, scheint alle Zeit der Welt zu haben.
Zuerst will er von der Schalterangestellten den aktuellen Eurokurs wissen.
Als er ihn hört, er steht auf 1.18, kratzt er sich leicht verzweifelt am Kopf und findet ihn sehr tief. Dann ist er sich nicht schlüssig, wieviel er von seinen Schweizerfranken wechseln will:
250? 300? 400? 500? 550? Oder doch weniger?
Das dauert.
Und ich warte.
Denn die Schalterfrau tippt gefasst jeden Beitrag im Computer ein, gibt den Eurokurs genauso gefasst weiter an den Kunden, der wiederum eine neue Zahl nennt...
Das dauert.
Und ich warte.
Ich spüre ein Gramseln im Innern.
Eine junge Mitarbeiterin erbarmt sich meiner und öffnet für mich den zweiten Schalter.
Als ich fertig bedient bin und mich umdrehe, schaue ich in die zwei braunen, vergnügten Augen des ebenfalls zum Weggehen bereiten Kunden.
Ich kann mich nicht bremsen und spreche ihn an: "Das war ja eine komplizierte Angelegenheit vorhin."
Der Mann nimmt mir das nicht übel. Im Gegenteil, er erklärt mir bereitwillig sein strategisches Vorgehen: "Der Kurs hier ist schlecht, deshalb frage ich so viel. An der Grenze ist der Wechselkurs besser."
"Und warum gehen Sie dann nicht an die Grenze?" will ich wissen. 
"An der Grenze ist erst um 14.00 Uhr offen."
Dafür habe ich Verständnis. Und dann bekomme ich noch diesen Tipp mit auf den Weg:
"Muss man wissen. Gibt nämlich zwei, drei Franken mehr!"

 

PS. Wir verabschieden uns herzlich, und beinahe hätte ich ihm noch anerkennend auf die Schulter geklopft. Denn ein solch sparsamer oder 'husliger' Mann (wie wir auf Schweizerdeutsch sagen) ist heutzutage eine Rarität...

Was für ein Herbst!

21.10.2012



Den färgsprakande hösten är här. Vilken färgprakt det är ute i naturen. Och vilket strålande somrigvarmt väder! Helt underbart! Vi var ute hela dagen och bara glada...

Herbst von seiner schönsten Seite. Und was für strahlendes, sommerwarmes Wetter!
Wir waren den ganzen Tag draussen und nur glücklich...


PS. Och i norre Sverige stövlar älgarna genom snön... Här!
Und in Nordschweden stapfen die Elche durch den Schnee... Hier!

Entschleunigung

19.10.2012

 
"Manchmal ist Musik nicht zu langsam -
man hört einfach zu schnell zu!"
 
 Hausfrau Hanna
 
 

PS. "Bara vara!" önskar er alla Hausfrau Hanna.
PPS. Ziemlich frei übersetzt führt das direkt in ein Wochenende, in dem die Musse den ersten Platz einnimmt... Das jedenfalls wünscht allen Hausfrau Hanna :)
 
 

Zwischen zwei Haltestellen (34)

18.10.2012


Gestern Nachmittag musste ich am Aeschenplatz umsteigen und ein paar Minuten warten. Der Aeschenplatz ist ein sehr lebhafter, verkehrsreicher, also kein besonders schöner Ort in der Stadt.
Ich sehe, wie ein bleicher, junger Mann - die Mütze bis weit in die Stirn hinuntergezogen - auf einen schmuddelig aussehenden, rauchenden Mann zugeht:
"Sorry, hesch mir nit ä Sigarette?"
Mit einem unwirschen "Nein!" fertigt ihn dieser ab und brummelt beim Weiterschlurfen vor sich hin:"I bi doch käi Automat."
Als ich  etwas später ins Tram einsteige, sitzt der höfliche Schnorrer auf der Haltestellewartebank neben einer Frau, die einen weltabgewandten Eindruck macht.
Beide rauchen.
Er hat seinen Automaten gefunden...

"Sicher und geborgen...

17.10.2012

 
... wie in Abrahams Schoss."

Hoch oben am Münsterportal


PS. Also mich beschleicht ein etwas mulmiges Gefühl bei der Vorstellung, Abrahams Kräfte liessen nach...

Auf Trab!

16.10.2012



Der Begriff 'auf Trab halten' gefällt mir ausserordentlich gut.
Ich sehe frische, übermütige, nimmermüde Kinder vor mir.
In der Realität sehe ich auch das Umgekehrte: Eltern nämlich, die ihre Kinder auf Trab halten.
Mit Programmen.
Reisen. Hobbies. Förderungen. Forderungen. Überforderungen...



Schwemme...

15.10.2012


Bierschwemme. Milchschwemme.
Dass der Begriff 'Schwemme' jedoch verwendet wird, um auf eine menschliche 'Überfülle' und Problemsituation  hinzuweisen, empört mich.
Und es nähme mich Wunder, was sich die beiden professionell schreibenden BAZ-Journalisten gedacht haben, bevor sie diese Schlagzeile ablieferten:




PS. Dazu auch der Spiegelbeitrag, der die gesetzliche Regelung in Schweden zum Inhalt hat.
Da sage ich einfach: Grattis Sverige!

Unter demselben Himmel

12.10.2012


Wir leben alle unter demselben Himmel. Wie wahr!
Vi lever alla under samma himmel.




PS. Ich wünsche allen ein schönes Herbstwochenende  - unabhängig davon, wie sich der Himmel zeigt
 Hausfrau Hanna

Ein Leben wie im Märchen

11.10.2012

Frauen, die ein Leben neben der vorgezeichneten, festgefahrenen Spur führen, beeindrucken mich.
Lisa della Casa etwa, die in den 50er und 60er-Jahren zu den besten und gefragtesten Opernsängerinnen der Welt gehörte und die ein Leben führte wie im Märchen...
Sie war begabt, sie war schön, sie war klug und selbstbewusst. Sie rauchte.
Und sie stellte die Familie über die Karriere.
1974 beendete sie konsequent ihre Karriere und sang nie wieder. Auch nicht privat.
Zu ihrem 90.Geburtstag wurde ein bemerkenswerter Film im TV ausgestrahlt, in dem sie zum ersten Mal nach über dreissig Jahren ein Interview gab.
Auf die Frage "Was raten Sie einem jungen Sänger, der anfängt?", meinte sie:
"Hör auf mit Singen! Es ist zuviel Arbeit, wenn man es richtig machen will. Und die meisten können es eben gar nicht richtig machen. Darum sollen sie lieber gar nicht anfangen. Dann haben sie keine Enttäuschung."

 "Weil wir uns wahnsinnig liebhaben. Wir zwei. Immer."

PS. Diese barsch tönende, desillusionierende Antwort ist so völlig anders als alles, was wir uns heute gewohnt sind: "Versuche es! Lebe deine Berufung! Verwirkliche dich selbst! Dann ergibt sich alles wie von selbst..."

Giftige Pilzgerichte...

10.10.2012


Ich nenne mich Hausfrau. Und habe hier im Blog noch nie ein Rezept preisgegeben...
Das soll sich ändern!
Heute veröffentliche ich, passend zur herbstlichen Pilzsaison, eine Fliegenpilzkreation.
Sie trifft nicht nur des Kindes Essgeschmack, sie schult auch wie nebenbei dessen Feinmotorik.
Denn es ist das Kind, das die Arbeit macht!
Zuerst halbiert es mit dem Messerchen Cherrytomätchen und steckt jedes einzelne mit einem Zahnstocher auf ein Mozzarellakügelchen. Ist alles in der Balance, drückt es zum Schluss direkt aus der Tube dicke Mayonnaisetupfer auf das Gebilde.
Voilà:  



PS. Für den andern Esser, der keine Cherrytomaten mag, gibt es als Alternative grüne Oliven.
Das nennen wir übrigens 'Grüne Knollenblätterpilze'...

PPS. Und keine Angst - beide Kinder leben noch!

Zwischen zwei Haltestellen (33)

09.10.2012

In der letzten Zeit bin ich regelmässig in den benachbarten Landkanton unterwegs mit dem Regiozug.
So auch gestern.
Platz um Platz füllt sich der Zug mit Menschen. Viele, die wie Ausländer aussehen.
Ich greife nach den liegengebliebenen '20 Minuten' und überfliege die Schlagzeilen.
Nebenan nehmen zwei Männer Platz. Beide über 50, die Haare zu zeitlos jungen, tiefschwarzen Zöpfen gebunden.
Wahrscheinlich hätte ich von den beiden keine Notiz genommen, hätten sie nicht so furchtbar laut gesprochen. So aber beginne ich hinter der Gratiszeitung zu lauschen...
Politik ist Thema. Die bald stattfindenden Wahlen in der Stadt, sowie das zu grün politisierende Parlament, das für eine autofreie Innenstadt sei und dafür hohe Parkplatzgebühren am Stadtrand erhebe.
"Politikergerümpel, alles Politikergerümpel. Auch die Leuthard, diese dumme Gurke, die die Autobahnvignette auf 100 Franken erhöhen wollte!"
Ich denke: "Eigenartig. Warum setzen sich die beiden so engagiert ein für den Individualverkehr, obwohl sie doch Zug fahren?"
Leider, ich hätte gern noch mehr vernommen, steigen die beiden politisch Versierten bald aus.
Ich schaue auf zu ihnen. Wahrscheinlich ist es mein freundlicher Gesichtsausdruck, der einen der zwei Männer zu einem "Grüessi!" veranlasst. Und noch einen dranzuhängen: "Die Schweizer steigen aus."
"So, so!"
Das ist alles, was mir dazu einfällt...

Zukunftsvisionen...

07.10.2012


In der saudiarabischen Version des neuen IKEA-Katalogs mussten 
alle Frauen wegretuschiert werden, da sie zuviel nackte weibliche Haut zeigten.

Auf dem Bild links ist das Zuviel an Haut gut sichtbar...

                            ...vor der Retusche (Familientrausamkeit)         ...und nach der Retusche


PS. Soeben habe ich folgende schöne Vision:
Die wegretuschierte Mama ruht gemütlich mit einem Tässchen arabischen Minzentees auf der IKEA-Couch und  isst leckere Süssigkeiten.
Papa besorgt unterdessen den Haushalt, macht die Wäsche, saugt und poliert und putzt den Kleinen den Hintern sauber...


Stille Welt

06.10.2012

Letzte Woche in der Surselva.
Auf einer der Wanderungen kamen wir bei einer Sitzbank vorbei. Angeschrieben war sie mit einer ganz besonderen Einladung: "Ihre Lesebank."
Darauf befand sich eine helle Plastikkiste mit einem etwas kniffligen Verschluss, an dem wir herumpröbeln mussten.
Staunend blickten wir in die offene Kiste, deren Inhalt aus sorgfältig ausgewählten Büchern bestand: Eine richtige Schatztruhe zum Stöbern und Verweilen für Kinder und Erwachsene.
Ein stiller Ort.
In einer stillen Welt mit Büchern.


 
PS. Ein schönes, erquickendes Wochenende, ob mit einem Buch oder auf einem Spaziergang in der Natur, wünscht allen
Hausfrau Hanna.

Schwimmen mit dem Elch

04.10.2012

Mit Delfinen schwimmen - das ist bekannt und beliebt.
Sich an der Seite eines Elchs durchs Wasser zu bewegen, wohl weniger.
Ich glaube, mir würde es gefallen:

 
PS. Und wie schön die schwedische Sprache tönt!
Heimweh...

Innere Heimat

03.10.2012


Es gibt diese Tage, da passiert es mir:
Dieses im Hirn Herumgrübeln.
Dieses nicht abstellbare Suchen nach Fehlern - den eigenen, nicht der der andern.
Plötzlich, wie geschenkt, ein Moment des Innehaltens, des Stehenbleibens.
Und darin ein Wissen um die innere Heimat, die stets da ist.
Nur manchmal zugedeckt von  Lasten aus der Vergangenheit und verschüttet unter dem Geröll von Sorgen und Bedenken.








Zwischen zwei Haltestellen (32)

02.10.2012


Gestern fuhr ich wieder einmal hinauf ins enge Tal.
Es hatte nicht viele Leute im Zug. Ferienzeit halt.
Ein kleiner, blonder Bub plauderte im Abteil daneben munter mit seiner Grossmutter.
Ich hörte seine Stimme, die hell und rein wie eine Bronzeglocke durchs Abteil klang:
"Ich will dann noch in die Kirche, gäll Grosi!"
Grosi nickte.
Und ich lächelte.

 

PS. Eine ganz andere Einstellung gegenüber Kirchen(räumen) hatte Monsieur Hugo:

"Ich hasse alle Kirchen.
Ich liebe die Menschen.
Ich glaube an Gott."

Victor Hugo
 





Die beste Küche der Welt...

01.10.2012


...ist für mich definitiv die italienische Küche!
Früher habe ich mal einige Monate in Italien gelebt. In Rom.
Dort hütete ich zwei kleine Mädchen, lernte wie nebenbei die melodische Sprache und das Kochen.
Die Pasta geriet mir, mit einer einzigen Ausnahme, täglich perfekt. Was auf Italienisch 'al dente' hiess. Bissfest.
Das eine Mal, als die Spaghetti zu weich waren, stand der Signore auf und verliess wortlos den Tisch.
Italienische Männer sind in dieser Beziehung 'strani'. Oder heikel.
Die Signora hingegen machte mir nur Komplimente:
"Oh, la piccola Hausfrau Gianna! Fa la pasta come una casalinga italiana. Puo sposare un ragazzo italiano!"
Was ich dann allerdings nicht tat.
Das zweite italienische Gericht, das ich immer noch aus dem effeff beherrsche, ist Risotto.
Risotto zuzubereiten ist schwierig. Es braucht Geduld, Fingerspitzengefühl und gute 20 Minuten Rührzeit, damit die richtige, sämigflüssige Konsistenz erreicht wird.


PS. Der (oder das) Risotto gerät mir auch deshalb ausgezeichnet, weil ich nur mit dem besten Weisswein ablösche und mich parallel zum Rühren mit einem oder zwei Gläser vollgluggere...;)