Banales zum Wochenende

30.07.2011





Es tönt banal.
Ich lache gern. Und ich kann mich schnell über alltägliche Dinge und Ereignisse freuen.
Genauso schnell ärgere ich mich jedoch auch. Meistens ebenfalls über alltägliche Dinge, die es nicht wert sind. Wie mein Verstand mir später zuflüstert.
Hin und wieder rutscht mir auch unbedacht ein Fluch oder ein Unwort aus dem Mund.
So wie kürzlich hier im Quartier.
Ich bin bereits mit dem zweiten Fuss auf dem Zebrastreifen, als ein schneller, sehr schneller Autofahrer an mir vorbeidonnert.
Ich erschrecke.
Wahrscheinlich deshalb entgleise ich mit einem lauten, sehr lauten "A ........".
Der Autofahrer stoppt, legt den Rückwärtsgang ein und und hält an.
Dann ruft er aus dem geöffneten Fenster: "Was ischh?"
Ich: "Fussgängerstreifen!!!"
Er: "Bischh sälber einäh!"





Siebentausend Rinder in der Jukebox

29.07.2011

Etwas aus den Sechzigerjahren gibt es, dem ich nachtrauere. Und das ich mir zurückwünsche.
Die Jukebox in der Beiz.
Wollte der Vater sein Bier in aller Ruhe trinken, wurde er plötzlich von Grosszügigkeit befallen und  schenkte uns einen Einfränkler. Das gab, wenn ich mich recht erinnere, drei Musikstücke.
Oder siebeneinhalb Minuten ungestörtes, väterliches Biertrinken.
Wir aber standen vor dem wunderbaren Kasten, in dem sich die vielen aneinandergereihten 45-er Scheibchen befanden und einigten uns auf die Titel. Dann drückten wir  auf die Tasten mit den Buchstaben und Zahlen.
Manchmal forderten wir auch den Zufall heraus und drückten blind. Dann konnte es geschehen, dass halt so etwas kam:

PS. Wer das Video aufmerksam anschaut, sieht eine ganze Menge VW-Käfer. Es soll übrigens das einzige Auto gewesen sein, in dem es Kindern nicht schlecht geworden ist...

Wörterbuch

28.07.2011


Gestern in der Gartenbeiz habe ich es wieder einmal erlebt:
Männer sind Sprücheklopfer.
Wo Frauen viel mehr erklären und ausholen, 
treffen Männer mit dem verbalen Hämmerchen 
den Nagel kurz und präzis auf den Kopf. 
Und alles scheint klar. 
Etwa bei diesem Spruch: "Ein Mann ein Wort."
Sagt das einer in meine Richtung, vertraue ich ihm. Blind.
Vor allem, wenn er dann noch weiterfährt: "Eine Frau ein Wörterbuch."
Bestätigt er doch damit etwas, was ich immer schon wusste:
Frauen lesen.






Gedanken

27.07.2011

Wie es wohl wäre, wenn man von hoch oben am Himmel auf die Erde hinunterschauen könnte?
Wäre wirklich alles kleiner?
Erschiene wirklich alles ganz winzig, ganz unwichtig?

.

Brief von der Kleinen

24.07.2011


'Die Grosse' lieh mir eine CD aus mit schwedischen Kinderliedern.
Eines kam mir bekannt vor.
Ich versuchte mich zu erinnern, wo und wann ich es schon einmal gehört hatte.
Es musste vor langer Zeit gewesen sein.
Längst vergessene Mundartworte tauchten auf: "Vati chumm hei, denn mir plangen aui scho."
Fritz Widmer, der letztes Jahr verstorbene Liedermacher, hatte sie geschrieben.
Ich erinnerte mich, dass ich 1971 an einem Konzert mit den Berner Troubadours gewesen war.
In erster Linie wegen Mani Matter. Er war der Mittelpunkt.
Aber Fritz Widmer gefiel mir dann auch. Und sein schlichtes 'Heimwehlied' vom kleinen Mädchen, das seinem abwesenden Vater einen Brief schrieb.
Damals wusste ich nicht um Fritz Widmers grosse Liebe zu Schweden und dass er einige schwedische Lieder in seine berndeutsche Muttersprache übersetzt hatte und auf der Bühne sang.
Wie eben dieses auf der Kinder-CD:




PS. Für alle, die Sprachen lieben und Texte gern miteinander vergleichen, hier der schwedische Originaltext von Evert Taube:

"Pappa, kom hem för vi längtar efter dig 
Kom innan sommar'n är slut, lilla Pappa
Åskan har gått, och om kvällen blir det mörkt
Stjärnorna syns nu på himlen igen.

Allt jag vill ha är ett halsband av korall
Ingenting annat det kostar för mycket
På våran tomt är det nu så mycket bär
Och fullt med ungar har fåglarna här.

Sjön är så varm och vi badar varje dag
och jag hoppar i utan att bli rädd
för nu simmar jag så bra.

Vi har så fint, nu i vårat lilla skjul
Och en liten gran har vi också sett
En som vi kan ha till jul.

Detta har jag
Skrivit nästan bara själv
Och jag skall börja i skolan till hösten
Pappa, kom hem, jag vet något som du får
Nu slutar brevet från din Elinor."


PPS. Und Fritz Widmers berndeutsche Fassung. Sie gefällt - schön und eigen auch, wie er aus der schwedischen Elinor eine Berner Annemarie machte:

 "Vati chumm hei, weisch mir plangen aui scho
Und gäb dr Summer vergeit, liebe Vati
S donneret nümm und es wird jetz gleitig Nacht
Oben am Himmel schint s Stärnli so schön.

Was i gärn hätt wär es Halsband voll Korallä
Nüt angers gwüss nid, es choschtet di vil z vil
I üsem Waud da si d Heiti dunkublau
Und üser Schwalbä hei Jungi im Näscht.

Dr See isch so warm und i badä jedä Tag
Und i gumpä dri, i ha gar ke Angscht
Weisch i schwümmä jetz scho guet.

Mir heis so schön da i üsem chlinä Huus
Und es Tänneli hei mir geschter gseh
Das git de nä Wiehnachtsboum.

Dä Brief han i älleini gschribä, ömu fasch
Und ig mues doch ersch nächscht Früelig id Schuel ga
Vati chumm hei
I weiss was de überchunsch
Jetz hört dr Brief uf vo dim Annemarie."

Pinkgepunktetes Design

23.07.2011


Die Schweden sind bekannt für schönes, gemütliches Design.
Dieses riesiggepunktete Pinksofa des schwedischen Designers Carl Malmsten ist vielleicht optisch etwas auffällig und raumdominierend.
Aber ein paar unifarbige Kissen im Rücken und Nacken, und ich wüsste, wo mein Platz ist...

... hier!
Malmstensoffa Samsas



PS. Und die designende Konkurrenz hat sich der vierbeinigen Lieblinge angenommen:


Hausfrau Hannas Haustraum!

22.07.2011

Von einem solchen Häuschen in Schweden träume ich.
Rot gestrichen und mit weissgelbblauen Lieblingsblumen auf dem begrünten Dach:

Prästkragar Margriten.
Solrosor Sonnenblumen.
Blåklockor Glockenblumen.

Einen Sommer lang.
Beginnen sich die Bäume zu verfärben und schleicht sich die Dunkelheit des Herbsts heran, kehre ich zurück.

Traumhäuschen - Hausträumchen

PS. Denn Winter - Winter nur hier!

Frauenfussball

21.07.2011


Kürzlich ging die Frauenfussball-WM in Deutschland zu Ende. Ich habe tatsächlich zwei, drei Spiele angeschaut. Dann nämlich, als die Schwedinnen spielten.
Frauenfussball bei uns fristet ja immer noch ein Schattendasein und wird kaum wahrgenommen.
Dank 'der Kleinen', die seit ein paar Jahren nicht nur begeistert, sondern auch sehr gut Fussball spielt, bin ich überhaupt informiert.
Ihr Berufswunsch ist klar: Fussballprofi!
Wie die Brasilianerin Marta, die vier Jahre im schwedischen Umeå gespielt hat.
Wie Birgit Prinz.
Wie der Star im schwedischen Team Lotta Schelin.



PS. Leider hat es dann nicht geklappt mit dem Sammeln von Paninibildchen. Die waren nämlich nur im benachbarten Deutschland erhältlich...

Froschgesicht

20.07.2011

Haikus sind ganz einfach zu lesen.
Erscheinen fast schon naiv.
Und trotzdem erschliessen sie sich mir oft nicht.
Wie dieses da:

"er sieht mich an, der frosch -
aber was macht er
für ein gesicht?"

Haiku von Issa (1763-1828)


PS. Ich denke über den Sinn nach. Ich brüte darüber. Zum Glück kühlt der Regen.



Rose

19.07.2011


Ursprünglich hatte der Film von 1979 den Titel 'The Pearl'.
'Pearl' nach Janis Joplins Spitznamen.
Dann entstand aus der Perle die Rose. Und der kühle, irisierende Perlmutt verwandelte sich in eine sommerwarme und vergängliche Blume:
'The Rose'.
Die wunderbare Bette Midler verkörperte die Rolle der Rose.
Und sang eines der schönsten Lieder der Filmgeschichte.
Heute Abend um 20.15 Uhr ist der Film auf Arte zu sehen.













Teurer Müll

18.07.2011

Die Schweden gelten als sehr naturverbundene Menschen.
Beginnt der Sommer, geraten sie kollektiv in einen 'ute i naturen'-Dauerzustand.
Gehen immer auf der sonnigen Seite der Strasse.
Liegen fast unbekleidet in öffentlichen Parks und Friedhöfen.
Fangen jeden Sonnenstrahl auf und sammeln ihn für den langen, dunkeln Winter.
So weit, so gut. Das ist verständlich.
Nur wurde es offenbar in letzter Zeit immer normaler und alltäglicher, den Abfall nach vorangegangenem Picknick oder Grillfest einfach liegenzulassen.
Die Natur als grosser, billiger Abfalleimer.
Wir kennen das hier ebenfalls.
Nun, Schweden ist nicht die Schweiz!
In Schweden wurde man aktiv.
Seit anfangs Juli ist die Polizei befugt, Abfallverursacher mit  800 Kronen (ca. 120 Franken) zu büssen.
Was dann im Artikel der DN so tönt:
"Böter för glasflaskor, ölburkar och engångsgrillar – men inte cigarettfimpar."
(Bussen für  Glasflaschen,  Bierdosen und Einweggrills - aber nicht für Zigarettenkippen).

Die nach dem Zufallsprinzip befragten Leute äusserten sich übrigens alle positiv zum neuen Gesetz.
So wie diese Passantin: "Det är en jättebra lag, men den skulle även gälla för fimpar".

Foto: Nicklas Thegerström / DN

PS. "Das ist ein sehr gutes Gesetz, aber es müsste auch für Kippen gelten",
meint auch Hausfrau Hanna  

Bravissimo carissimo!

17.07.2011

Heute ist einer dieser wunderbaren Regensonntage.
Was draussen läuft und geschieht, interessiert nicht.
Das blaue Sofa wird zum Lebensmittelpunkt.
Kaffee trinken.
Kerstin Ekmans neustes Buch lesen.
Und eine CD mit atemberaubend schöner Musik hören.
Das zum Beispiel:



PS. Mehr solche Sonntage wünscht sich und allen
Hausfrau Hanna


Kinder im Internet

16.07.2011


Dreimal 'Donald Duck' auf youtube. Und noch zweimal 'Pauli der Maulwurf'.
Dazu ein Glas Blaubeersirup aus Schweden.
Kinder sind genügsam.

Zwischen zwei Haltestellen (20)

15.07.2011

Gestern in Schnellzug.
Drei jüngere Leute steigen kurz vor Abfahrt zu und richten sich ein für die Reise. 
Ein Paar belegt das Viererabteil nebenan. Das Gepäck wird verstaut, die Natels bleiben in der Hand.
Er beginnt unverzüglich, eine SMS einzutippen. Sie wirkt etwas abwesend und schaut zum Fenster hinaus. Der dritte, ein gutaussehender, grosser Mann, halblange Baumwollhose, blütenweisse Adidasturnschuhe, setzt sich mir quer gegenüber mit aussenrotiertem Hüftgelenk, damit er sein linkes Bein auf dem rechten lagern kann. Auf dieser improvisierten Schreibtischplatte findet der Laptop Platz. Das Natel klebt zwischen hochgezogener Schulter und Ohr. So hat der Multitasker seine beiden Hände frei, um abwechslungsweise auf dem Laptop zu klappern oder mit dem Kugelschreiber eine Notiz in den Schreibblock zu kritzeln.
"Hi Marc", wie ein Trompetenstoss tönt die Begrüssung. Der Lautstärke nach muss der Partner  weit, sehr weit entfernt sein...
Dann verstehe ich nichts mehr vom schnellgeführten Gespräch, nur ein regelmässiges, bejahendes "Yeah, yeah!"
Zehn Minuten lang.
Zwischen zwei Haltestellen.
Business im Zug.

Hagelsturm!

13.07.2011

Es regnet in der Stadt. Gleichmässig und sanft. Die Fenster sind alle weit offen.
Der Austausch zwischen dem zwei Tage nicht gelüfteten und deshalb etwas abgestanden riechenden Innen und dem frischen Aussen findet statt.
Eine Wohltat. Ich atme tief durch.

Gestern Abend erlebte ich auf dem Land einen Hagelsturm, wie ich ihn noch nie gesehen hatte.
Sekundenschnell war er da, überraschte uns unter dem schützenden Vordach des alten Hauses, wo wir beim Nachtessen sassen.

In fünf Minuten sah der Garten aus, als ob jemand Tausende von Pingpongbällen verschossen hätte.


Am meisten litt der Holderbaum unter der Naturgewalt.
Und die kleinen Glasfenster im Estrich, die eigentlich unwettersicher hätten sein sollen...




PS. Es hätte schlimmer kommen können, sagten wir zueinander.
Dann putzten wir gemeinsam die Wasserlachen auf, die sich auf dem Fussboden gebildet hatten.


Jimmy, vier Saiten und ein Plektron

12.07.2011



Der Musiklehrer meiner grossen Schwester hiess Jimmy.
Er unterrichtete Ukulele.
Hin und wieder nahm mich meine Schwester in die Stunde mit.
Klein und still sass ich neben ihr auf einem Schemel, und nichts entging mir.
Denn Jimmy konnte nicht nur gut Ukulele spielen und dabei singen, er war auch blond und blauäugig.
Ich himmelte Jimmy an.
Und lernte wie nebenbei die drei, vier Hauptgriffe, die man kennen musste, um das 'Alte Haus von Rocky-Docky' spielen zu können...




Der Doppelgänger auf Platz 1

11.07.2011


Das Internet ist gespickt mit Überraschungen, die mich verwundert die Augen reiben lassen.
Heute zum Beispiel bei der Blogstatistik.
Irgendwo zwischen 'ferner liefen' und 'nichtbeachtet' tümpelte einer der vielen Beiträge inmitten aller anderen dahin.
Plötzlich, innerhalb von einigen wenigen Tagen, aus heiterhellem Himmel, ich weissauchnichtweshalbundwarum, hat genau dieser Beitrag hitparadenmässig die Spitze erstürmt.
Mit sensationellen Seitenaufrufen.
Der Doppelgänger von Null auf Platz 1 ;)

Schreibkunst!

09.07.2011


Hausfrauen werden chronisch unterschätzt, manchmal auch belächelt.
Und hin und wieder werden sie zur Projektionsfläche für die eigenartigen Fantasien verklemmter Männer und Glüsteler.
Ich könnte mit meinem 'Hausfrau Hanna'-Blog ein Lied davon singen...

Und jetzt das!
Erfreut lese ich folgende Worte, die von einer der weltbesten Autorinnen stammen:

"Als ich zu schreiben begann, in den Fünfzigern, war ich wie alle Frauen damals eine Hausfrau, ich hatte kleine Kinder, mein Mann arbeitete ausser Haus. Ich hatte schlicht zu wenig Zeit für das Schreiben, keine Zeit für grosse Würfe. Zur Kurzgeschichte fand ich also aus sehr praktischen Gründen."

Getan hat sie Alice Munro, Hausfrau und Mutter und preisgekrönte Meisterin der kleinen literarischen Form. Sie feiert übrigens morgen ihren 80.Geburtstag.
Happy Birthday, Alice Munro!

PS. Und  mögen Sie uns Leserinnen (und Leser) noch viele Jahre mit Ihren Erzählungen beglücken!
Wir Hausfrauen wissen nämlich aus der Erfahrung unseres Lebens, dass es eine hohe Kunst ist, so zu schreiben und genau das herauszufiltern, dass alltägliche Geschehnisse und gewöhnliche, einfache Menschen plötzlich einzigartig erscheinen.

Mit grosser Dankbarkeit und Bewunderung
Hausfrau Hanna

In the Summertime!

08.07.2011

Sommer in der Stadt hat auch schöne Seiten.
Dann etwa, wenn das Kulturfloss ankert am Ufer und das Fluss-Open Air beginnt.
Die Atmosphäre ist speziell.
Lässt die Hitze nach und geht dann noch der Mond am langsam eindunkelnden Himmel auf, haben die Gesichter der Zuhörenden einen verklärten Ausdruck.
Eine Konzertstunde lang.

In diesem Jahr ist Mungo Jerry zu Gast, der annodazumals einen Sommer-Evergreen gelandet hat. Seinen einzigen:


Oder aus London das spannende Geschwistertrio Kitty, Daisy & Lewis, das mit Retroswing das Floss zum Schaukeln bringen wird:


Und die Lovebugs. Und Sina. Und Steffe La Cheff,

PS. Wer solche Auswahl hat, hat schon mal die Qual der Wahl,
meint Hausfrau Hanna ;-)

Aurelia...

07.07.2011

...hiess die Mutter eines Freundes zwar nur mit ihrem zweiten Vornamen.
Dieser gefiel mir jedoch so gut, dass ich sie einfach 'Mami Aurelia' nannte: 'Goldstrahlende Mutter'.

Im Mai schloss sich ihr Lebenskreis, und zufällig stand an diesem Abend der Mond voll und rund am Himmel.
Mit heiterer Gelassenheit akzeptierte sie die Endlichkeit des Lebens und damit den Tod.
Das und das Funkeln und der Schalk in ihren Augen nehmen wir erinnernd mit.
Und zwei ihrer vielen lebensweisen Aussprüche:

"Man muss immer auf den Sohlen bleiben!" 
"Unter jedem Dach ist auch ein Ach!"


PS. Und ein allerletzter noch, ein ganz eigener und besonders formulierter Satz:
 "Wir sind am Einalten!" Mami Aurelia

Zeitlos

05.07.2011

Als 19-Jährige lief ich in langen, indisch inspirierten Batikkleidern und auf  mindestens 10 cm hohen Plateauschuhen mit Korkabsätzen herum. Dass ich dabei beim Wandern über die Klippen auf der griechischen Insel nicht zu Tode stürzte, wundert mich heute noch.
Die Zeiten änderten sich.
Seit ich eine chronische Achillessehnenentzündung an beiden Füsse habe, muss ich auf gewisse edle Schuhmodelle verzichten.
Das fiel mir anfangs schwer.
Aber die Vernunft siegte ganz schnell über alle ästhetischen Ansprüche und Vorlieben.

PS. "Hauptsache bequem, und sie drücken nicht",
meint leicht seufzend Hausfrau Hanna

Ergiebige Sonntagszeitung

04.07.2011


Gestern wartete ich eine geschlagene Stunde lang auf das Postauto, das mich ins Dörfchen im abgelegenen Krachen bringen sollte.
Dass am Sonntag der Fahrplan ausgedünnt war, bemerkte ich erst, als es zu spät war.
Die am Kiosk gekaufte 'Sonntagszeitung' half beim Überbrücken der Zeit.
Und glücklicherweise las sie sich zufällig wieder einmal spannend:
Etwa das Interview mit der WWF-Präsidentin Yolanda Kakabadse.
Oder der Bericht über die als Knochenarbeiterin betitelte FDP-Fraktionschefin Gabi Huber.
Das Sonntagsgespräch mit dem 'Urbanizer' Thomas Kessler, der seine und meine Wohnstadt als 'weiblich' bezeichnete. Was mir extrem gut gefiel!

Das Beste jedoch behielt ich mir auf bis zum Schluss.
Es war der Bericht der Journalistin Gabi Schwegler über ein Mittagessen mit dem Schriftsteller Peter Bichsel.
Ich wäre gern im 'Kreuz' in Solothurn dabei gewesen. Am Nachbartisch. Still und aufmerksam hätte ich dem Gespräch der beiden gelauscht.
Und mir heimlich diese beiden Sätze notiert:


"Ich mag die Sehnsucht lieber als das Sehen.
Ich fürchte mich vor Realisation."

Peter Bichsel



Nah am Wasser gebaut...

02.07.2011


Draussen ein frischer, strahlender Morgen. 
Ganz nah schlägt die Turmuhr eine runde Stunde.
Ein leiser Wind bewegt die Blätter der Balkonsträucher.
Diese sanfte, helle Sommerstimmung überträgt sich auf mich, fast meine ich, in Schweden zu sein.
Und dann noch dieses Lied 'För kärlekens skull'.
Sången gör mig lite gråtfärdig. Und nein, das übersetze ich jetzt nicht...

'för kärlekens skull - der Liebe wegen'


PS. Ein bisschen Text mit ungefährer 'Hausfrau Hanna'-Übersetzung m u s s  sein:

"Ute till havs styr en fiskebåt
Längs en fri horisont
Den gungar så tryggt in mot hamn
Som jag i din famn så länge vi älskar."

(Draussen auf dem Meer steuert ein Fischerboot
Dem weiten Horizont entlang
Es schaukelt so sicher in den Hafen ​​

Wie ich in deinen Armen, so lange wir uns lieben)

Refräng:
"Det är för oss solen går opp
Och lyser som guld för kärlekens skull
Solen går opp så oskuldsfull
Och lyser på oss för kärlekens skull."

(Für uns geht die Sonne auf
Und leuchtet wie Gold der Liebe wegen.
Die Sonne steigt so unschuldsvoll
Und scheint für uns der Liebe wegen)

Refusé

01.07.2011



Ein altmodisches 'refüsiert' schrieb die Mutter jeweils auf unerwünschte Post und Werbung, die sie zurückspediert haben wollte.
Das tat ich gestern auch.
Ich faltete den A4-Bogen einmal zusammen und klebte ihn zu mit einem durchsichtigen Klebstreifen.
Dann schrieb ich mit schwarzem Filzstift 'refusé' auf die SVP-Wahlzeitung und warf sie eigenhändig im Briefkasten bei der Post ein.
Ich hoffe, sie findet ihren Bestimmungsort.