Zwischen zwei Haltestellen (9)

26.02.2010

In den öffentlichen Verkehrsmitteln hier ist das Essen und Trinken eigentlich untersagt.
Piktogramme weisen darauf hin.
Vor mir sitzt ein Mann. Damit die langen Beine Platz haben, hat er sie elegant übereinandergeschlagen und zum Gang hin abgedreht.
Es riecht nach Frittenbude.
Der Mann isst jedoch nur eine Wurstwegge.
Das tut er mit einer schon meisterlichen Achtsamkeit. Langsam kaut er Bissen für Bissen und spült dann aus einer Cocaflasche nach. Am Schluss wischt er die kleinen Überreste weg von seiner Hose und zerknüllt das Einpackpapier zu einer Kugel.
Dann dreht er sich um und strahlt mich an. Satt und zufrieden. Wie ein kleines Kind nach der Fütterung.
Jetzt fehlt nur noch das Görpsli.

Blauer Tag

25.02.2010

"Ä Huusfrau maint,
ass ohni Boni -
s'Schaffe sich gar
nimmi lohni."

(Originalvers der Rätzclique -
leicht verändert von Hausfrau Hanna)



Deshalb mache ich heute BLAU,
lasse den Haushalt und das mit Konfetti vollgesprenkelte Treppenhaus links liegen.
Und mache mir nach den  'Drey scheenste Dääg' einen weiteren schönen Tag!


Fasnachtsréduit

23.02.2010

Liebe Frau Zappadong,
gestern war plötzlich der Frühling da!
Und so hoffe ich, dass Sie nach dem Schreiben dieses Beitrags nicht vollständig im Dunkel Ihres Bunkers abgetaucht sind und sich mit diesem selbstgebrannten, hochprozentigen Zeug getröstet haben.
Bei uns in der Stadt ist im Moment Frau Fasnacht aktiv.
Und sie geht verbal und in der kreativen Umsetzung ganz schön zur Sache.
Da ähnelt Sie Ihnen.
Hier, exklusiv für Sie, ein paar Impressionen:

Der kleine Mann mit der prominenten Nase wird über die Brücke getragen:

Der helvetische Hühnerhaufen

Und zum Schluss grüsst Sie, kurz bevor er sich in den Cortège einreiht, der netteste aller Fasnächtler: KURT!



Hausfrauen und Diebe

22.02.2010

Überall hängen diese Plakate.
Eine schlanke, wendige Hand zieht ein Portemonnaie aus einer Tasche.
"Ich bin kein Dieb", sagt Nationalrat Rechsteiner von der SP, als er im Interview (BAZ vom 18.Februar) des Diebstahls bezichtigt wird.
"Ich auch nicht", sagt Frau Markwalder von der FDP.
Ihre Hände machen etwas Anderes:
Sie reiben eine Zitronenschale ab. Trennen das Eigelb vom Eiweiss. Beseln und schwingen die Teigmasse so schaumig zusammen, dass der Kuchen im Ofen um ein Vielfaches aufgeht.
Hausfrauen werden notorisch unterschätzt.
Frau Markwalder hingegen ist perfekt.
Gestylt, frisch und locker  präsentiert sie uns Wählern und Wählerinnen den fluffig gebackenen Kuchen und erklärt uns dazu leicht und verständlich die Politik. 
Nur sollte sie uns gleichzeitig nicht noch einen Bären aufbinden...

Den sehr guten, ausführlichen Beitrag von Titus hier anklicken.

Durchzügler

20.02.2010




Dutzende brauner Vögel sassen plötzlich auf den Tannen im Hinterhof. 
Zuerst glaubte ich, eine Taubenplage hätte uns heimgesucht.
Das schrille Kreischen, das die Vögel beim Fliegen ausstiessen, hatte jedoch keine Ähnlichkeit mit dem sanften Gurren von Tauben.
Es waren Wacholderdrosseln, die hier zwei Tage Halt machten.
Und dann so plötzlich, wie sie erschienen waren, wieder weiterzogen.

Ein Wochenende ganz im Einklang mit der Natur
wünscht euch
Hausfrau Hanna

Zwischen zwei Haltestellen (8)

19.02.2010

Gestern im Regiozug.
Obwohl es noch fünf Minuten dauert bis zur Abfahrt, hechtet der Mittfünfziger herein und lässt sich atemlos auf den Sitz mir schräg gegenüber fallen. Sein Brustkorb wogt vom schnellen Lauf.
Die grosse Umhängetasche wirft er achtlos auf den freien Platz daneben und nimmt ein Taschenbuch hervor. Obwohl er zu lesen beginnt, befindet sich sein Körper ständig in Bewegung und in einer spürbaren Unruhe.
Für diese Jahreszeit scheint er mir etwas dünn angezogen mit seinem anthrazitfarbenen Kunststofflumber und dem assortierten, feinkarierten Hemd.
Vielleicht ist die frühlingshafte Kleidung und seine eleganten, aber winteruntauglichen Treter schuld, dass er sich den Hals freizuräuspern beginnt.
Dann schnieft er ununterbrochen und zieht den Rotz in die Nasenhöhlen hoch.
Ein Hustenanfall attackiert ihn.
Ich schlage reflexartig meinen Jackenkragen hoch.
In dem Moment, als ich beschliesse, den Platz zu wechseln, bereitet sich der Mann auch schon zum Aussteigen vor.
Er versorgt zuerst die Lesebrille, dann das Buch. Der Moment reicht, um einen Blick auf den Buchtitel zu werfen.
Ich lüge nicht.
Er hiess: ERBARMEN!

Privatraum

18.02.2010


Auf dem Weg zum Tram komme ich bei der kleinen Quartierspost vorbei.
Ein Auto fährt vor, hält an. Sie steigt aus, geht in die Post hinein.
Er kurbelt das Fenster etwas nach Unten.
Die Wartezeit reicht für eine Zigarette.
Ich beuge mich zum Autofenster und sage:
"Könnten Sie vielleicht Ihren Motor abstellen, wenn Sie nicht fahren?"
Ich sage es freundlich. Mit einem Lächeln. Und überhaupt nicht aggressiv.
Der Mann schaut mich an, als ob er mich nicht verstehen könnte.
Langsam und deutlich beginne ich nochmals.
Erkläre ihm, was ein laufender Motor, der nicht laufen müsste, für die Umwelt bedeutet.
Und dass er seinen kleinen Beitrag zum Umweltschutz beitragen könne, wenn er jetzt gleich den Motor ausmachen würde.
Da sagt der Mann doch tatsächlich: "Das ist mein Auto, da mache ich, was ich will!"
Dabei tippt er mit dem Zeigefinger an seine Stirn.

Verwirrung

17.02.2010

Die schwedische Schlagersängerin Siw Malmkvist erzählte in einem Interview von einer sprachlichen Verwirrung bei ihrem ersten Deutschlandaufenthalt. Da sie damals die Feinheiten der Sprache noch nicht kannte, erklärte sie vor einem Auftritt, dass sie ein Kleid mit Ficken (en ficka = eine Tasche) brauche, weil das so praktisch sei...
'Fick' ist in Schweden ein oft gebrauchtes Wort. Es heisst schlicht und einfach 'bekam', 'erhielt', 'durfte'. Grammatikalisch ist 'fick' also das Präteritum des Verbs 'få'.
Es ist mir zwar peinlich (*rotwerd*). Aber ein praktisches Beispiel muss einfach sein. So wird das Ganze anschaulicher und prägt sich ein:
Jag fick en ficklampa och en fickkniv på födelsedagen.
(Ich bekam eine Taschenlampe und ein Taschenmesser zum Geburtstag).
Und das sind beim Campieren in den Wäldern Schwedens doch zwei sehr nützliche Dinge...

Entschlackungskur

16.02.2010


"Hausfrau Hanna", sage ich zu mir,
"man kann zuviel essen,
man kann zuviel trinken,
man kann zuviel atmen.
Und schreiben kann man auch zuviel."




PS. Ab sofort benütze ich am häufigsten die Taste oben rechts: Delete ;)!

Regenbogentraum

15.02.2010


Als Kind hatte ich nicht nur eine blühende Fantasie.
Ich hatte auch ein seltsames Hobby:
Ich schnitt Bilder aus diesen regenbogenfarbigen Heftli, die ich von meiner Tante Gritli bekam.
Die klebte ich mir in einem Ringheft zu einer neuen Familie zusammen.
Mit Farah Diba, der wunderschönen persischen Kaiserin als Mutter.
Schubidubiduuuuu...;)

Zwischen zwei Haltestellen (7)

12.02.2010

Ich sitze im Tram, das Richtung Bahnhof fährt. Eine Mutter mit einem knapp zweijährigen Buben steigt zu. Den Kinderwagen, in dem warm eingemummt ein Baby schläft, stellt sie resolut quer zur Sitzbank. Dann legt sie den Buben auf die Sitzbank, bettet sein Köpfchen in ihren Schoss, und es beginnt:
"Du bist müde, gäll. Hast du Durst? Willst du Teeli?"
"Schoppen!"
"Den Schoppen habe ich nicht bei mir, der wartet zuhause auf dich."
Nun beginnt der Kleine, der vorher zwar müde, aber sonst ganz friedlich war, zu quengeln.
"Hast du Hunger? Willst du etwas essen? Willst du eine Banane?"
"Schoppen!", heult der Kleine.
Die Mutter erklärt ihm nochmals, wo sich der Schoppen befindet und drückt ihm dann ein Fläschchen mit Tee in den Mund. Der Bub dreht den Kopf weg und verweigert.
"Mein armes Schätzchen, jetzt kannst du nicht mal die Fahrt geniessen, so müde bist du."
Auf dem Sitz hat sich eine Wasserlache gebildet. Es ist der Schnee, der sich in der Wärme von den Kinderstiefeln gelöst hat. Die Mutter nimmt ein Nuscheli aus dem Kinderwagen und wischt die Lache auf. Unterdessen ist der Kleine am Einnicken.
"Mutterliebe", denke ich beim Aufstehen und schicke einen letzten Blick auf das kleine, friedliche, private Universum.

Hej Astrid!

11.02.2010


Hej Astrid,

In Schweden sagen alle einander du: Die Kleinen den Grossen.
Die Alten den Jungen. Auch die Kronprinzessin wird geduzt.
Das gefällt mir: Jeder Mensch ist gleich.
Irgendwo da oben sitzst du also. Wahrscheinlich auf dem Ast eines Himmelbaums, lässt die Beine baumeln und schaust mit deinen nordischhellen Augen hinunter auf uns Erdenbewohner.
In Gedanken steige ich hoch, setze mich neben dich, und dann trinken wir eine Tasse Kaffee zusammen. Klönen und schwatzen über Gott und die Welt, und ich erzähle dir, was für wundervolle Lese-, Hör- und Seherlebnisse du mir in meiner Kindheit beschert hast.
Das erste Buch, das ich von dir gelesen habe, war übrigens 'Rasmus und der Landstreicher'. Ich erinnere mich deutlich, wie empört ich war über die Ungerechtigkeit, dass kleine blonde Mädchen lieber adoptiert wurden als optisch unscheinbare Buben. Und ich spüre immer noch die Atemlosigkeit, die mich befiel, als Rasmus in seinem Versteck beinahe entdeckt wurde vom entsetzlichen Räuberpaar. Oskar, der lebensfrohe Landstreicher mit seinem Drang, auf die Walz gehen zu müssen, war mir hingegen nicht fremd in seiner unangepassten Art.
Hatte doch mein  Vater ganz ähnliche Züge.
Jetzt bin ich ins Plaudern gekommen. Dabei wollte ich dir nur sagen, wie schön es war, mit deinen Büchern aufzuwachsen.  Wie aufregend es war, dass damals im Radio Woche für Woche das Hörspiel 'Mio mein Mio' gesendet wurde und mich vor Spannung fast in den Apparat schlüpfen liess.
Dass mir Krankheit, Sterben und Tod kindlich vertraut waren dank der 'Brüder Löwenherz'. Und dass ich mich als munteren Fernsehgast einladen liess bei Nachbars zu meiner Lieblingsserie  'Wir Kinder von Bullerbü'.
Zwar nur in Schwarzweiss. Aber in meiner Fantasie in Farbe...

Hej då och hjärtligt tack för allt!
Hausfrau Hanna

Lied für Hanna

10.02.2010


Heute habe ich nichts zu erzählen. Aber ich schreibe trotzdem ein paar Zeilen.
Über das Wetter: Ein weisser Vorhang bewegt sich vor dem Fenster. Es schneit wieder.
Über die Vögel: Mein Meisenpaar ist abwesend.
Über die Stille: Im Nachbarhaus sind Vorbereitungen im Gang für eineTotalrenovation.
Über Blogbeiträge: Bei Frau Zappadong  wandere ich musikalisch über holländische Berge und bei BodeständiX höre ich den 7-minütigen Beitrag über Deutsche in der Schweiz an.
Und auf youtube finde ich dieses Lied:


Kein Guru

09.02.2010


Wenn ich mich richtig erinnere, entdeckte ich ihn 2005, und zwar in der öffentlichen städtischen Bibliothek. Auf dem Regal mit den Neuanschaffungen stach mir als Erstes das Umschlagbild  ins Auge:
Ein weissgekleideter Mann mit schneeweissen, nach Hinten gekämmten Haaren und einem vollen Bart. Das zerfurchte Gesicht leicht zur Seite geneigt, als ob er einem Gespräch lauschte. Die Fingerkuppen in einer Geste der Achtsamkeit zusammengelegt.
"Ein Guru!", dachte ich.
Der Titel "Noch eine Runde auf dem Karussell" liess mich an Kindheit, Schwindel, Leichtigkeit und Spiel erinnern. Das wiederum sprach mich an. Und da auch der in kleiner Schrift angefügte Satz "Vom Leben und Sterben"  mein Interesse weckte, lieh ich mir den umfangreichen Wälzer von Tiziano Terzani aus. Dass das Buch neu und ohne Gebrauchsspuren war, wischte den letzten Rest Zweifel beiseite...

Mit dem ersten Satz

"Obwohl man weiss, wie vielen Menschen es passiert, denkt man nie, dass es einen auch selbst treffen könnte",

führte Terzani mitten hinein ins Thema seiner Krebserkrankung und zog mich in einen Bann, der mich über alle 700 Buchseiten nicht mehr verliess. Er nahm mich als Leserin mit auf eine lange Reise in die entferntesten Teile Asiens, zu allen möglichen und unmöglichen Heilern und Therapeuten und ihren überzeugenden oder nutzlosen Praktiken und Verfahren.
Terzani, als ehemals politischer  Journalist, beherrschte sein Schreibhandwerk perfekt, war aber auch geübt,  genau zu beobachten und differenziert wahrzunehmen. Und so konnte ich mich, auch dank seines umwerfenden Humors und seiner Selbstironie, einlassen und einpendeln in eine Welt, die in mir normalerweise Abwehr und Widerspruch erzeugte.
Als stärkste Erinnerung blieb mir, obwohl seit dem Lesen des Buches unterdessen gut vier Jahre vergangen sind, Terzanis tiefe spirituelle Haltung, mit der er mir verständlich machen konnte, worum es bei dieser Reise auf dem Karussell ging:
Nicht nur um die Suche nach Heilung vom Krebs, sondern um das Thema, das uns alle betrifft und angeht:
Um unsere Sterblichkeit.

Ein sportlicher Sonntag...

08.02.2010


Normalerweise bin ich ein aktiver, bewegungsfreudiger Mensch, und Wetter macht mir nichts aus. Gestern jedoch blieb ich den ganzen Tag zu Hause. Ein Schnupfen hatte  mich überfallen. Ich nieste im Sekundentakt,  die Nase lief und fühlte sich an wie eine geschwollene Kartoffel.
Ich igelte mich auf dem blauen Sofa ein, trank Tee und ass mich durch eine ganze Tafel 'Larmes de Coing' von Villars. Sie schmeckte nicht nur lecker, der Quittenschnaps hatte auch etwas Tröstendes, Wärmendes.
Das Buch von Henrik Mankell tat meiner Seele ebenfalls gut.
Das alles war am Nachmittag.
Am Abend dann die sensationelle Mitteilung, dass die Spieler des FCB 4:0 gegen den Tabellenführer YB gewonnen hatten.
Auf Eurosport wurde das Schaulaufen der diesjährigen Eiskunstlauf-EM wiederholt.
Ich liess mich von Stefan Lambiel, dem charismatischen Eiskünstler aus dem Wallis, verzaubern und begeistern.
Und noch immer war es nicht genug. Um 20.00 Uhr begann die Sendung 'Unsere Helden' - Die erfolgreichsten Schweizer an Olympischen Winterspielen.
Helden?
Der erfolgreichste Schweizer und damit auf Platz 1 war - ich ahnte und vermutete es die ganze Zeit -
die stille, bescheidene, sympathische Vreni Schneider...
Eine Frau! Eine Heldin :)!

Einen Vogel haben

05.02.2010


Soeben habe ich die Post aus dem Briefkasten geholt. Für mich ist eine Karte dabei. Ein lieber Mensch hat an mich gedacht und mir ein paar persönliche Worte geschickt. Die lasse ich hier beiseite. Der Reim jedoch, in schwungvollen Buchstaben vorne aufgedruckt über dem Bild eines Vogels, der muss sein:

Man sagt, dass seinen Vogel habe
Jedweder, der durchs Leben trabe.

Eugen Roth sei Dank! Obwohl es heute regnet und die Wolken wie graue Wattebäusche am Himmel hängen: Dieser Tag wird heiter. Ich höre trotz des Dauersurrens des Laptops 'meine' Meise singen auf der Spitze der grossen Tanne im Hinterhof und mutiere zur Optimistin! 




Vitamine

04.02.2010

Heute habe ich in der Tageszeitung gelesen, was für einen Umsatz die einheimische Pharmaindustrie letztes Jahr gemacht hat. Einen beeindruckenden!
Das Geschäft mit unserer Gesundheit blüht. Nicht nur im Frühling.
Sogar im Supermarkt kann man synthetische Vitaminpräparate kaufen und in den Einkaufswagen legen. Was den jährlichen Umsatz ebenfalls mitsteigert.
So, und jetzt habe ich Appetit auf ein paar Rohkosthäppchen und vergnüge mich bei einem extragrossen Gemüseteller.

Guten Appetit auch euch,
wünscht Hausfrau Hanna

Gleichberechtigung

02.02.2010


Schweden ist der Schweiz wieder einmal weit voraus.
Seit letztem Jahr dürfen laut Stockholmer Regierungsgericht Männer zusätzlich zu ihrem ursprünglichem Geburtsnamen weitere Vornamen anmelden, die traditionell den Frauen vorbehalten sind. Frauen haben umgekehrt natürlich das gleiche Recht.
So etwa kann sich der Ole aufwerten und hängt eine Elin-Annika hinter seine mickrigen drei Buchstaben. Und die simple Kristina schmückt sich mit einem königlichen Carl-Gustav.
Jetzt denke ich ernsthaft darüber nach, welcher Männername sich hinter der schlichten Hanna gut machen würde.Vorschläge nehme ich ab sofort entgegen.
Danke! Tack!


Zwei Sängerinnen

01.02.2010

Immer wieder finde ich beim Lesen in anderen Blogs Interessantes, Schönes, Neues, das mich fasziniert, ablenkt oder mir auch schon mal den Kopf zurechtrückt.
Lhasa war für mich immer die geheimnisvolle Hauptstadt Tibets. Bei theomix lernte ich eine andere Lhasa kennen. Sie war mir bis zu diesem Moment völlig unbekannt.

Am Samstag gehe ich in ein Musikgeschäft in der Stadt. Setze mich mit einem Stapel CD's in einen bequemen Sessel und lasse unter den Kopfhörern den mich umgebenden Lärm und das Kundentreiben aussen vorbeiziehen.
Ich höre Lhasas letzte CD, die sie im Frühling 2009 aufgenommen hat. Beim Song 'I'm going in' schiesst es mir ein. Ich sinke im bequemen Ledersessel zusammen, so sehr schmerzen mich die gebrochene Stimme, die einfachen Klavierakkorde und der Text.

"When my lifetime had just ended
And my death had just begun
I told you I'd never leave you
But I knew this day would come."

Ich verlasse mit zwei CD's das Geschäft. Die andere ist von Rebekka Bakken, eine norwegische Sängerin mit klarer, ausdrucksstarker Stimme, die morgen Abend hier im Theater ein Konzert gibt: